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Künstlerisches

 

Im unserem Kindergartenalltag ist viel Raum für künstlerische Betätigung. Dabei können die Kinder sich in verschiedenen Bereichen entfalten.



Musizieren

Das musikalische Element gehört zum Leben des Waldorfkindergartens. Besonders die Kinderharfe ist ein gern eingesetztes Instrument. Ihr zarter Klang entsteht dadurch, dass der Ton gewissermaßen in einer Schale entsteht. Die pentatonische Stimmung und die Klangqualität führen dazu, dass die so erzeugte Musik völlig unaufdringlich die Aufmerksamkeit der Zuhörer erreicht und so zu einer aktiven Ruhe führt. Die pentatonische Skala hat den Vorteil, dass jede Melodie harmonisch klingt und offen für eine Fortsetzung bleibt.

Im Morgenkreis kommt zudem jeden Morgen die Klangschale zum Einsatz und die Lieder werden zudem instrumental begleitet.

Malen

Während des Freispiels haben die Kinder die Möglichkeit, mit den -ihrer kindlichen Motorik entsprechenden- Wachsblöckchen zu malen. Sie geben dem vertrauten Erwachsenen damit einen Einblick in die kindliche Entwicklung. Die Kinder malen in aller Ruhe und ohne inhaltliche Vorgabe oder Korrektur der Erwachsenen. Für das Kind ist der Prozess des Malens interessant, nicht das fertige Bild.

 

Aquarell malen

Das Malen mit Wasserfarben findet an einem festen Tag in der Woche statt. Die Kinder malen in kleinen Gruppen mit der Erzieherin und zwar in der Nass-in-Nass Technik d.h. mit Wasserfarben auf feucht aufgezogenes Aquarellpapier. Es stehen die Grundfarben rot, blau und gelb zur Verfügung, so dass das ganze Spektrum des Farbkreises entstehen kann. Gemalt wird am Anfang des Kindergartenjahres mit Mineralfarben, später auch mit Pflanzenfarben von Stockmar.

Das Bildgeschehen ist in einem ständigen Prozess, weil die aufgetragenen Farben sofort verlaufen und sich in immer neuen Formen und Farben miteinander verbinden. Es entsteht schnell eine fast träumende, entspannte und ruhige Stimmung, in der die Kinder in das Wesen der Farben eintauchen können, und so ganz zu sich selbst kommen.

 

Plastisches Gestalten

Dem kindlichen Grundbedürfnis, mit Erde, Lehm, Sand und Wasser zu plastizieren, kommt das Freispiel im Garten entgegen z.B. im Sandkasten oder auf einem Erdhügel. Auch die Waldtage, die im Frühjahr und Herbst stattfinden, befriedigen dieses. Beim Plastizieren im Gruppenraum stehen den Kindern Knetwachs auf der Basis von Bienenwachs, sogenannte Märchenwolle (ungesponnene farbige Wolle) z.B. zum Filzen oder Gestalten von Wollbildern oder gelegentlich auch Ton zur Verfügung.

Auch bei diesen Tätigkeiten kommt es nicht in erster Linie darauf an, eine Vorstellung des Kindes oder des Erwachsenen praktisch umzusetzen. Wichtig ist vielmehr, dass das Tun selbst erfüllenden Charakter besitzt und über vielfältige sinnliche Ansprache für sich selbst spricht. 

 
 

Eurythmie

 

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfpädagogik, schuf die Kunstform Eurythmie. Bei dieser werden Musik und Sprache in Körperbewegungen künstlerisch umgesetzt.

An einem Vormittag der Woche haben die Kinder im Waldorfkindergarten Eurythmie. Dazu kommt eine ausgebildete Eurythmistin in den Kindergarten, um mit den Kindern Bewegungen zu altersgemäßen Liedern oder Versen, häufig mit Harfenbegleitung, zu erarbeiten.

 

Die Eurythmie hilft den Kindern, das eigene Körpergefühl zu entwickeln und übt in gemeinsamen, spielerischen Bewegungen soziale Fähigkeiten. Durch sie werden physische, geistige und seelische Entwicklungen gepflegt.

 

Durch die Kraft der Nachahmung verinnerlicht das Kind Sprache und Rhythmisch-Musikalisches, Geschichten, Lieder und Sprüche, die den Rahmen einer Eurythmiestunde bilden. Die Kinder haben große Freude an allen Arten der Bewegung und die äußere Bewegung schult die innere Beweglichkeit.

 

Jahreslauf

Im Waldorfkindergarten wird über verschiedene Wege versucht, den Wechsel der Natur für die Kinder begreiflich und nachvollziehbar zu machen.

Dazu gehört in jedem Gruppenraum ein Jahreszeitentisch, der der Jahreszeit entsprechend dekoriert wird. Den Hintergrund bilden farbige Tücher, die den Farben der Natur nachempfunden sind. Darauf können gebastelte Blumenkinder und Tiere stehen und alle anderen Symbole, die uns an die Natur und die Jahreszeit erinnern. In der Weihnachtszeit findet die Krippe dort ihren Platz. Auch der tägliche Reigen passt sich der Jahreszeit an.

Vor allem aber gehören regelmäßige Feiern im Jahreslauf zum festen Programm. Manche feiern die Kinder mit den Erzieherinnen im Kindergarten, bei anderen sind auch die Eltern dabei. Diese stärken natürlich besonders den Zusammenhalt auch unter den Eltern und vermitteln den Kindern eine Gemeinschaft. Die meisten der Feiern haben (auch) einen kirchlichen Hintergrund und möchten eine Botschaft vermitteln. 

 

Mahlzeiten

 

Die Kinder erleben täglich die Zubereitung des Frühstücks und können selbst dabei mithelfen. Das Gericht wiederholt sich an den jeweiligen Wochentagen und gibt diesen, gemeinsam mit anderen sich im Wochenrhythmus wiederholenden Tätigkeiten ein besonderes Gepräge.

 

Jedem Tag ist eine bestimmte Getreidesorte gewidmet, dazu gibt es Obst der jeweiligen Jahreszeit und Tee.

 

So ergibt sich folgender Speiseplan:

 

montags           Milchreis mit Pflaumenmus

dienstags          Gersten-Küchlein mit Quark

mittwochs         Hirsebrei mit Apfelmus

donnerstags      selbst gebackene Brötchen

freitags             Joghurt mit Haferflocken

 

Sollte eines der Kinder Geburtstag haben, bringen dessen Eltern Frühstück für alle Kinder mit.

Bevor wir mit der Mahlzeit beginnen, zünden wir eine Kerze an, fassen uns an den Händen und singen gemeinsam ein Gedicht von Christian Morgenstern:

 

Erde, die uns dies gebracht,

Sonne, die es reif gemacht.

Liebe Sonne, liebe Erde,

euer nie vergessen werde. 

Das Mittagessen erhalten die Kinder aus der Suppkultur. Hierbei wird - ebenso wie beim Frühstück - größter Wert auf frische und saisonale Produkte gelegt.